Airbnb-Update

Angesiedelt im Technologiezentrum von San Francisco, konnte Airbnb in den 8 Jahren seit seiner Gründung einen beachtlichen weltweiten Erfolg für sich verbuchen. Heute betreiben Brian Chesky und Joe Gebbia ein globales Unternehmen mit einem Wert von über 30 Milliarden Dollar. Diesen Erfolg verdanken sie einer simplen, aber gleichermaßen genialen Idee. So priesen sie in ihren Anfängen ein einfaches Wohnzimmer als „Bed and Breakfast“-Unterkunft an – aus der reinen Not heraus, in letzter Minute ihre Miete zahlen zu können. Als Pionier im Bereich des Home-Sharings hat Airbnb von der Rezession im Jahr 2008 profitiert, als viele Menschen bei ihren Reisen nach günstigen Alternativen zu teuren Hotels suchten.

Mit seinem einzigartigen, frischen, unkonventionellen Image spricht AirBnb insbesondere die Millennials, die Generation der Jahrtausendwende, an. Mit der kürzlich bekannt gegebenen „Experiences“-Option können Gäste genau die Art von Abenteuer erleben, die das Image von AirBnb verspricht.

Von Airbnb selbst veröffentlichte Untersuchungen zeigen, dass die meisten Millennials Reisen einen höheren Stellenwert einräumen, als sich niederzulassen und ein Haus zu kaufen. Millennials sagen, dass sie in diesem Jahr mehr Geld für Reisen ausgeben als im Vorjahr.

Mit Experiences haben Teilnehmer die Möglichkeit, Aktivitäten oder Ausflüge zu unternehmen, die von Einheimischen begleitet werden, die den Teilnehmern ganz persönliche Einblicke in ihre Stadt und Gemeinde verschaffen. Die Angebote innerhalb von Experiences reichen von mehrstündigen Tagesausflügen bis hin zu mehrtätigen Reisen, die als „Immersions“ bezeichnet werden.

Zu diesen Erlebnissen könnten sportliche Aktivitäten wie Klettern oder Surfstunden, aber auch Dinieren oder Workshops gehören. Bisher ist die Experience-Funktion nur in ausgewählten Städten verfügbar. In den Vereinigten Staaten sind die einzigen Städte, in denen Experiences verfügbar ist, Detroit, Los Angeles, Miami, New York City, Portland, San Francisco und Seattle. Weltweit können Nutzer Experiences in Afrika, Asien, Europa und Australien wählen.

8 von 10 Personen, die im UK, in den USA und in China befragt wurden, sagen, die beste Art und Weise, die Kultur eines Landes kennenzulernen, bestehe darin, das Land genauso zu erleben, wie es die Einheimischen tun. So bevorzugen beispielsweise 75% der Millennials einheimische Speisen und lokale Restaurants, statt ihren Hunger in bekannten weltweiten Ketten wie McDonalds oder KFC zu stillen.

Doch Experiences von Airbnb ist nicht nur für die abenteuerlustige Nutzergemeinde von Airbnb interessant, sondern kann auch Hosts, also Gastgeber, vor Ort auf vielfältige Weise unterstützen. Experiences hat vielen Menschen die Chance eröffnet, als Host ihren Lebensunterhalt zu verdienen, wenn auch auf unkonventionelle Weise. Die Mitbegründer von Airbnb betonen, dass Experiences potenziellen Hosts viele Verdienstmöglichkeiten eröffnet, was insbesondere für Freiberufler gilt.

Hosts, die als Freiberufler tätig sind, können über Experiences sich selbst oder ihre Marke bewerben, wie etwa als persönlicher Koch, der Kochkurse anbietet, oder als Künstler, der Workshops begleitet. Experiences bietet Freiberuflern die Möglichkeit, weiterhin das zu tun, was sie lieben, allerdings mittels einer Plattform, über die sie ein größeres Publikum erreichen. Mit einem System, mit dem Nutzer Aktivitäten, an denen sie teilgenommen haben, bewerten können, können Hosts ihren Beliebtheitsgrad innerhalb der Airbnb-Gemeinschaft erheblich steigern.

Experiences, die wenige Stunden bis hin zu einem Tag dauern, kosten durchschnittlich $ 100, während für mehrtätige Experiences durchschnittlich rund $ 270 anfallen.

Zu guter Letzt schätzen viele Nutzer die Möglichkeit, in eine Kultur eintauchen zu können, indem sie „wie die Einheimischen leben“. Gleichzeitig können Hosts andere Einheimische aus der Gegend kennenlernen und ein äußerst umfangreiches und auf die Gemeinschaft ausgerichtetes Erlebnis für jedermann anbieten. Und so überrascht es nicht, dass Hosts übereinstimmend angeben, am besten gefalle ihnen an ihrer Tätigkeit als Experience-Host, neue Menschen kennenzulernen.

Heute ist Experiences mit etlichen Experience-Buchungen äußerst erfolgreich. Bei einer kürzlichen Konferenz sagte CEO Brian Chesky, er erwarte, dass das Kernprodukt von Airbnb, das Home-Sharing, im Hinblick auf den Gesamtumsatz hinter Experiences zurückfallen werde.

 


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